Die grosse Mauer sehen… und krank werden.
Aug 20th 2008DirkAllgemeines
Ni hao,
erst mal muss ich mich entschuldigen, aber ich habe vorgestern meinen USB-Stick vergessen, so dass ich keinen Zugriff auf den Blog hatte. Im Lauf des heutigen Tages kommt noch mehr von mir. Sonntag habe ich die grosse Mauer bei Badaling besucht. Ich muss schon sagen: ganz schoen beeindruckend, dieses Bauwerk. Man kann Fotos davon machen, so viel man will: die wirkliche Impression bekommt man erst, wenn man selbst dort ist. Die Mauer ist an dieser Stelle verdammt steil, und es ist richtig muehsam, sie dort zu erklimmen. Ich habe es immerhin bis zum 4. Turm geschafft. Weil ich aber schon da gemerkt habe, dass irgendwas in meinem Hals im Anflug war, habe ich dann eine laengere Pause dort gemacht, und den genialen Ausblick genossen. Die Mauer erreicht dort teilweise Steigungen von ca. 60 Grad (geschaetzt), also deutlich mehr als 100%. Es stehen auch deutliche Hinweisschilder dort, dass wenn man unter Herz- oder Kreislaufproblemen leidet, man sich nicht zuviel zumuten will.
Fuer Volleyballer oder Badmintonspieler ist dieser Teil der Mauer ein ideales Trainingsgelaende in der Saisonvorbereitung. Hier reicht es, die Mauer einmal bis zum 3. oder 4. Turm zu erklimmen und wieder runter zu kommen. Man muss aber aufpassen, denn jede Stufe ist unterschiedlich hoch. Manche sind gerade mal 15cm, andere wieder fast 80cm hoch.
Der Trip an sich war jedoch groesstenteils auch eine Verkaufsfahrt. Erst ging es in eine Jadefabrik, danach waren wir natuerlich zufaellig ein paar Minuten zu Frueh zum Mittagessen in einem Friendship Store, so dass man sich dort “umschauen konnte”. Dann ging es zu den Ming-Graebern, aber das war ehrlich gesagt nicht sehr interessant. Viel gibt es dort nicht zu sehen.
Dann endlich ging es zur grossen Mauer, und dort hatten wir dann 2 Stunden Zeit, was mehr als genug ist. Am Ende ist man doch ziemlich geschlaucht.
Natuerlich ist auch der Rueckweg nicht ganz kommerzfrei, denn uns wurde noch eine Teezeremonie vorgefuehrt, in der vier verschiedene Tees verkostet wurden, natuerlich mit der Moeglichkeit, diese Tees zu guenstigen (Nepp-)Preisen zu erwerben. Unser Tour Guide schaute aber nicht sehr gluecklich an diesem Tag, denn nirgendwo hat jemand etwas gekauft.
Somit endete der Tag dann wieder im Hotel, und da bin ich dann auch erstmal geblieben, weil in der Zwischenzeit doch starke Halsschmerzen und ein netter Schnupfen aufgezogen waren. Vermutlich habe auch ich den Regenschauer vor ein paar Tagen, wo ich pitschnass geworden bin, nicht schadlos ueberstanden. Also habe ich mich ganz Susanne-like fuer den Rest des Tages jammernd zurueckgezogen (ok, ich war noch was essen, aber das war es dann auch schon).
Heute morgen habe ich Susanne dann beim Fruehstueck getroffen, und sie war so nett, mir ihre Medikamente zu geben, die sie selbst vor ein paar Tagen fuer das gleiche Problem gebraucht hat. Heute Abend geht es mir dann auch schon wieder etwas besser, gleich bin ich hier wieder im Einsatz in der Abendschicht. Morgen habe ich dann wieder frei, und abends geht es dann mit Tanja zur Leichtathletik ins Birds Nest - so bekomme ich dieses Bauwerk auch endlich einmal von innen zu sehen. Und ich hoffe, dass ich dann auch wieder schnell fit werde.
Noch ein paar kleine Informationen am Rande: Sonntag war “Bergfest”, d.h. die Haelfte ist schon rum. Wahnsinn, wie schnell das alles ging. Und noch eine Information: ein BigMac-Menue kostet hier 22 RMB, ca. 2,10 Euro. Der BigMac alleine kostet 15 RMB, ca. 1,40 Euro. Nur um mal so einen Eindruck zu bekommen.
Taxi fuer ca. 15km kostet (auch etwas davon abhaengig, wie lange man im Stau steht) zwischen 35 und 40 RMB, also zwischen 3,20-3,80 Euro, verglichen mit Deutschland echt ein Spottpreis.
So, die Arbeit ruft wieder. In diesem Sinne:
Zai jian
Dirk
Sebastian on 20 Aug 2008 at 07:03 #
Eine ähnliche Kaffeefahrt hab ich letztes Jahr auch gemacht, nur haben wir am Ende noch eine tibetische Fußmassage bekommen
Aber was macht man nicht alles, um auf die Mauer zu kommen.
Badaling ist aber wirklich wahnsinnig anstrengend, man kommt zwar sehr leicht hin, aber die unterschiedlich hohen Stufen und der Anstieg haut einen dann doch schon aus den Latschen.
Die Aussicht entschädigt dann aber doch ganz gewaltig
Guido on 20 Aug 2008 at 12:31 #
… und ich dachte schon du hast so viel zu tun, so dass du keine Zeit zum schreiben hast. Aber jetzt muss ich lesen, dass du unter die Touristen gegangen bist und bereits soweit anfängst zu entspannen, dass du dein “Handwerkzeug” einfach vergisst.
Dirk on 20 Aug 2008 at 12:53 #
Nun ja, schliesslich will ich ja auch mal etwas anderes sehen als immer nur Volleyball. Dass ich den Stick vergessen habe, schiebe ich dem Schnupfen in die Schuhe